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Ein gelungener Abend: Die Hamburger Küchenparty im Oktober mit Anne

Los geht's: Alle Zutaten und auch die Cooking Chef stehen bereit.
Los geht's: Alle Zutaten und die Kenwood Cooking Chef stehen bereit für den Kochabend.

Man nehme sieben einander unbekannte Menschen, Leidenschaft fürs Kochen, eine Portion Fantasie und lasse sich dann alles in einer kuscheligen Location harmonisch entwickeln. Die erste Küchenparty beim Hafenmädchen in Hamburg hat garantiert allen geschmeckt.

 

"Schön, dass Ihr alle da seid!"

Gastgeberin Ann-Christin hebt das Glas. Drinnen perlt Rosé-Sekt und aus den Boxen im Hintergrund leise Lounge-Musik. Auf dem Tisch ist schon liebevoll herbstliche Deko arrangiert und auf einer Anrichte warten die Zutaten fürs Menü. Thema: Kürbis. Die Rezepte sind vorab in einer geheimen facebook-Gruppe abgestimmt worden, nun heißt es nur noch Schürzen umbinden und ran an die Töpfe. Zweierteams sind schnell gebildet und noch etwas unsicher in der fremden Küche geht es ans Werk.
Maria und Alexander kennen Leute mit einem Thermomix und möchten mal die Cooking Chef live erleben, Blogger-Kollegin Viktoria folgt "Hafenmädchen" schon seit einiger Zeit und freut sich vor allem aufs und über das persönliche Treffen, Steffi, die einfach gerne kocht und isst, ist mit Freundin Anne da und Maren hat selber eine Cooking Chef zuhause und hofft auf neue Anregungen.

Im Oktober drehte sich das Motto der Küchenpartys rund um das Thema Kürbis.
Im Oktober drehte sich das Motto der Küchenpartys rund um das Thema Kürbis.

 

Langsam steigt der Geräuschpegel, Töpfe klappern, die Cooking Chef surrt und über Schneidebrett und Gasflamme hinweg wird gefachsimpelt. Es geht um Rezepte, den Geschmack alter Apfelsorten, Mülltrennung und ob unter gewissen Umständen Fertigteig mal okay sei. "Kennt Ihr Topaz?", "Nudeln aus Bronzeformen nehmen Soße am besten auf.", "Wie haltet ihr es beim Biskuit mit den Eiern - trennen oder nicht?" Die anfänglich etwas steife Stimmung und der Smalltalk, schließlich kennt man sich ja nicht, weicht emsiger Betriebsamkeit. Es wird gehackt, geschäumt und angeschwitzt. Maren probiert, ob Mürbeteig im Multizerkleinerer oder in der Rührschüssel besser gelingt. Ersterer gewinnt: In genau 13 Sekunden ist der perfekte Teig fertig. Mixen, brutzeln und pürieren – im Ofen karamellisiert Honig auf Scheiben von Ziegenkäse und wird der Kürbis-Quiche das gewisse Extra geben. In der Luft hängt würzig der Geruch von Thymian und Rosmarin und der zartbittere Duft schmelzender Schokolade kündigt an, dass auch das Dessert bald fertig zum Kaltstellen ist. Während draußen herbstlicher Nieselregen fällt, kommen die Gäste langsam in der "Guten Stube" zusammen.
Weil so viele Leute nicht in Ann-Christins kleine Wohnung hineinpassen, hat sie in die Mietküche vom Gasthof Möhrchen in Hamburg Ottensen gebeten. Ein wenig hat das mit dem Platz auch mit ihrer Leidenschaft für Küchenmaschinen zu tun, wie sie gesteht…  
Macht nichts, im Dachgeschoss des Fachwerkhauses von 1898 dürfte es aber mit den Vintage-Möbeln, Holzfußboden und Kerzenlicht ähnlich gemütlich sein, wie bei Ann-Christin daheim.  

 

Gemeinsam wurde geschnippelt, gekocht und gelacht.
Gemeinsam wurde geschnippelt, gekocht und gelacht.

Es ist angerichtet

Zunächst ist der Geschmack etwas überraschend: Kürbissuppe ohne Ingwer und Chili. Aber dann: Apfel und Sternanis harmonieren köstlich und sind einfach nur etwas subtiler im Aroma. Kaum drei Stunden nach dem ersten Kennenlernen sitzt am Tisch eine fast eingeschworene Gemeinschaft, kostet und vergleicht: Muss es immer Ingwer sein? Nein. Merkt man bei Mürbeteig den Unterschied der Zubereitungsart? Eher nicht so. Wäre Butternut die bessere Wahl? Vermutlich ja.
Es wird gelacht und geplaudert und geht bei weitem nicht mehr nur ums Essen.
Steffi ist dieses Jahr erst das zweite Wochenende in Hamburg, sonst verbringt sie jede freie Minute beim Kitesurfen. Maren fragt die Runde, ob die anderen auch das Gefühl haben zu alt für Fernbusse zu sein und Viktoria entpuppt sich als echte Entertainerin, sogar bei Themen wie dem Alterruhesitz (bitte auf Neuseeland im eigenem Backpacker-Hostel) oder den Auszug der Kinder (18 Jahre reicht ja wohl!).
So komplett unterschiedliche Personen, die man sonst vermutlich nie kennengelernt hätte, aber die alle eines eint: Die Lust am Genuss.
Und die Nachspeise? Da wird's kurz noch mal wieder etwas stiller: Die ist schwelgen und (süßes) schweigen.